zum Thema angeborene und erworbene Immundefekte
Sie haben Fragen zu angeborenen oder erworbenen Immundefekten? Auf unserem Informationsportal finden Sie viele Informationen. Auf dieser Seite haben wir zusätzlich häufig gestellte Fragen und die passenden Antworten für Sie zusammengestellt.
Es kann zwischen primärer bzw. angeborener und sekundärer bzw. erworbener Immunschwäche differenziert werden. Bei den angeborenen Immundefekten sind inzwischen über 350 verschiedene Defekte bekannt. Darunter ist eine Gruppe von Erkrankungen, bei denen entweder keine, zu wenige oder nicht ausreichend funktionsfähige Antikörper gebildet werden. Die Folge kann eine unzureichende Infektabwehr sein. Wenn ein Antikörpermangel als Folge anderer Erkrankungen, z. B. Krebserkrankungen wie Leukämien oder Myelomen, entsteht, spricht man von einem sekundären Antikörpermangel. Ebenso können z. B. eine Chemo- oder Strahlentherapie oder die Behandlung mit bestimmten Medikamenten das Immunsystem in seiner Funktion stark beeinträchtigen und einen Antikörpermangel verursachen. In beiden Fällen können schwere oder wiederkehrende Infektionen auftreten, da das Immunsystem diese nicht mehr ausreichend bekämpfen kann.
Eine Immunschwäche macht sich in der Regel durch ein gehäuftes Auftreten von Infekten bemerkbar. Eine erhöhte Infektanfälligkeit lässt sich in vielen Fällen bereits im Kindesalter feststellen. In nicht wenigen Fällen treten die Symptome jedoch erst im Erwachsenenalter auf. Die rechtzeitige Erkennung eines angeborenen Antikörpermangels ist wichtig, da durch eine frühe Therapie irreversible Langzeitschäden vermieden werden können. Experten haben eine Liste mit typischen Symptomen zusammengestellt, die auf einen angeborenen oder sekundären Immundefekt hinweisen können. Bei der Analyse der Krankengeschichte eines Patienten sollte auf diese Warnsignale geachtet werden. Treffen eines oder mehrere der Symptome auf einen Patienten zu, könnte es sich um einen Immundefekt handeln. Ein erster Verdacht auf das Vorliegen eines Antikörpermangels lässt sich durch einfache und kostengünstige Tests wie die Bestimmung des Immunglobulin-G-Gehalts im Blut (IgG, ggf. ist die Überprüfung der Subklassen sinnvoll) und ein Blutbild erhärten.
Immunglobuline (auch Antikörper genannt) sind Proteine, die die Fähigkeit besitzen, ganz gezielt Bestandteile von Krankheitserregern (auch Antigene genannt) zu erkennen. Durch die Bindung der spezifischen Antikörper an den Antigenen werden die Krankheitserreger unschädlich gemacht. Der Erreger wird markiert und kann von weiteren Zellen des Immunsystems erkannt und im gemeinsamen Zusammenspiel vernichtet werden.
CVID steht für Common variable immune deficiency (dt. Variables Immundefektsyndrom). Dabei handelt es sich um einen häufigen angeborenen Immundefekt, bei welchem die körpereigene Produktion von Immunglobulinen, insbesondere die des Immunglobulin G, unverhältnismäßig niedrig ist. Betroffene Menschen weisen meist eine Häufung von Atemwegsinfektionen auf, außerdem sind zahlreiche weitere Symptome möglich, die auftreten können: Störungen im Magen-Darm-Bereich, Hautveränderungen, Veränderungen im lymphatischen Gewebe, Granulome und diverse Autoimmunphänomene. Als „variabel“ wird diese Erkrankung bezeichnet, da an verschiedenen Stellen des Immunsystems Defekte vorkommen können und sich das Krankheitsbild daher sehr uneinheitlich darstellen kann.
Die XLA, auch Bruton-Syndrom genannt, ist ein angeborener Immundefekt, bei dem die Entwicklung der B-Zellen zu Plasmazellen gestört ist. Das Resultat ist, dass keine Antikörper gebildet werden können und die Immunabwehr dieser Menschen enorm beeinträchtigt ist. In der Regel führt das zu einer erhöhten Infektanfälligkeit im Hals-Nasen-Ohren-Bereich sowie der Lungen. Die Häufigkeit für das Auftreten der Erkrankung liegt bei einem von 50.000 bis 100.000 Neugeborenen. Da diese Erkrankung x-chromosomal-rezessiv vererbt wird, sind nur Männer davon betroffen.
Immunglobuline sind Antikörper, die den Körper bei der Abwehr von Krankheitserregern unterstützen. Sie erkennen beispielsweise Viren oder Bakterien und helfen dem Immunsystem dabei, diese gezielt zu bekämpfen.
Immunglobuline gehören zu den wichtigsten Bestandteilen der körpereigenen Immunabwehr. Sie werden normalerweise vom Körper selbst gebildet und sind im Blut sowie in anderen Körperflüssigkeiten vorhanden. Fehlen Immunglobuline oder stehen sie nur in geringer Menge zur Verfügung, kann die Anfälligkeit für Infektionen erhöht sein.
Bei einem Antikörpermangel bildet der Körper zu wenige oder keine ausreichenden Immunglobuline. Dadurch können Krankheitserreger schlechter abgewehrt werden und Infektionen häufiger auftreten.
Besonders wiederkehrende Infekte der Atemwege, der Nasennebenhöhlen oder der Ohren können ein Hinweis darauf sein. Die Beschwerden und Auswirkungen sind jedoch von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Welche Behandlung sinnvoll ist, sollte immer individuell ärztlich abgeklärt werden.
Eine Therapie mit Immunglobulinen kann sinnvoll sein, wenn dem Körper wichtige Antikörper fehlen oder diese nicht ausreichend funktionieren. Ziel der Behandlung ist es, die Immunabwehr zu unterstützen und die Zahl von Infektionen möglichst zu reduzieren.
Die zugeführten Immunglobuline enthalten Antikörper, die aus menschlichem Blutplasma gewonnen werden. Sie können dabei helfen, eine fehlende oder eingeschränkte Antikörperfunktion teilweise auszugleichen. Ob eine Immunglobulintherapie infrage kommt, entscheidet das behandelnde Ärzteteam.
Immunglobuline werden bei verschiedenen Erkrankungen eingesetzt, bei denen das Immunsystem Unterstützung benötigt. Dazu gehören insbesondere bestimmte angeborene oder erworbene Antikörpermangelsyndrome. Darüber hinaus können Immunglobuline auch bei einigen anderen Erkrankungen Anwendung finden.
Welche Behandlung gewählt wird, hängt von der jeweiligen Diagnose und der individuellen Situation ab. Die Therapie erfolgt immer unter ärztlicher Betreuung.
Für die Behandlung mit Immunglobulinen stehen verschiedene Therapieformen zur Verfügung. Die Präparate können entweder über eine Vene oder in das Unterhautfettgewebe verabreicht werden. Beide Verfahren haben sich in der Behandlung bestimmter Erkrankungen bewährt. Welche Therapieform gewählt wird, hängt unter anderem von der Erkrankung, den persönlichen Bedürfnissen und den Empfehlungen des Behandlungsteams ab. Gemeinsam mit dem Arzt oder der Ärztin kann die passende Lösung gefunden werden.
Der wichtigste Unterschied liegt in der Art der Verabreichung. Bei der intravenösen Immunglobulintherapie werden die Immunglobuline über eine Vene gegeben, während sie bei der subkutanen Therapie in das Unterhautfettgewebe gelangen.
Die Behandlungen unterscheiden sich außerdem in den Verabreichungsintervallen und im organisatorischen Ablauf. Beide Verfahren verfolgen jedoch das gleiche Ziel: den Körper mit den benötigten Immunglobulinen zu versorgen. Welche Therapieform besser geeignet ist, sollte individuell besprochen werden.
Ja, bestimmte Formen der Immunglobulintherapie können nach einer entsprechenden Schulung auch zu Hause durchgeführt werden. Dies gilt insbesondere für die subkutane Immunglobulintherapie. Viele Betroffene schätzen die größere Flexibilität und die bessere Vereinbarkeit mit ihrem Alltag. Voraussetzung ist eine sorgfältige Einweisung durch erfahrene Fachkräfte. Ob eine Heimselbsttherapie möglich ist, wird gemeinsam mit dem Behandlungsteam entschieden.
Wie oft Immunglobuline verabreicht werden, hängt von der gewählten Therapieform und den individuellen Bedürfnissen ab.
Manche Behandlungen erfolgen in größeren zeitlichen Abständen, andere werden regelmäßig in kürzeren Intervallen durchgeführt. Ziel ist es, einen ausreichenden Immunglobulinspiegel im Körper aufrechtzuerhalten. Die genaue Häufigkeit legt das behandelnde Ärzteteam fest. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen helfen dabei, die Therapie optimal anzupassen.
Immunglobuline für Arzneimittel werden aus menschlichem Blutplasma gewonnen. Das Plasma stammt von vielen gesunden Spenderinnen und Spendern und enthält eine große Vielfalt an Antikörpern. In mehreren Verarbeitungsschritten werden die Immunglobuline isoliert, gereinigt und für die medizinische Anwendung aufbereitet. Die Herstellung erfolgt nach strengen Qualitätsanforderungen und unterliegt umfangreichen Kontrollen. So entstehen Präparate, die in der Behandlung verschiedener Erkrankungen eingesetzt werden können.
Die in Arzneimitteln enthaltenen Immunglobuline stammen aus menschlichem Blutplasma. Viele freiwillige Plasmaspenderinnen und Plasmaspender leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Versorgung von Patientinnen und Patienten. Durch die Bündelung der Antikörper vieler Spenden entsteht ein breites Spektrum an Immunglobulinen. Diese werden anschließend aufbereitet und zu Arzneimitteln verarbeitet. Ohne Plasmaspenden wäre die Herstellung von Immunglobulinpräparaten nicht möglich.
Immunglobulinpräparate unterliegen hohen Sicherheits- und Qualitätsstandards. Bereits das gespendete Plasma wird sorgfältig geprüft, bevor es weiterverarbeitet wird.
Zusätzlich durchlaufen die Präparate während der Herstellung mehrere Sicherheits- und Kontrollschritte. Auch die fertigen Arzneimittel werden umfassend geprüft, bevor sie eingesetzt werden dürfen. Dadurch soll ein hohes Maß an Qualität und Sicherheit gewährleistet werden.
Moderne Immunglobulinpräparate werden seit vielen Jahren in der medizinischen Versorgung eingesetzt. Viele Patientinnen und Patienten vertragen die Behandlung gut. Wie bei anderen Arzneimitteln können jedoch auch bei Immunglobulinpräparaten Nebenwirkungen auftreten.
Art und Häufigkeit möglicher Begleiterscheinungen können individuell unterschiedlich sein. Bei Fragen zur Verträglichkeit oder zur Behandlung kann das behandelnde Team beraten.