KI bei Immundefekten: Was kann sie leisten?

„Was bedeutet dieser Wert in meinem Befund?“ „Wie funktioniert eine Immunglobulintherapie?“ „Welche Fragen sollte ich bei meinem nächsten Arzttermin stellen?“ Wer solche Fragen heute ins Internet eingibt, erhält oft nicht mehr die klassischen Suchergebnisse. Immer häufiger geben Suchmaschinen KI-generierte Ergebnisse aus. Zusätzlich werden eigenständige KI-Anwendungen wie ChatGPT, Claude, Gemini oder Copilot immer häufiger genutzt.

Das kann durchaus praktisch sein. Gerade bei einem komplexen und vor allem gesundheitsbezogenen Thema wie angeborenen oder erworbenen Immundefekten sollte man aber wissen, was Künstliche Intelligenz leisten kann und was nicht.

Medizinische Informationen verständlicher machen

Im Zusammenhang mit Immundefekten begegnen Betroffenen und Angehörigen viele medizinische Fachbegriffe. KI kann dabei helfen, unbekannte Fachausdrücke in einfacheren Worten zu erklären. Auch längere Texte lassen sich zusammenfassen oder übersichtlicher machen.

Vielleicht möchten Sie beispielsweise einen allgemein gehaltenen Fachtext zur Immunglobulintherapie besser verstehen. Dann können Sie einen KI-Chatbot bitten, einen bestimmten Abschnitt einfacher zu erklären oder Fachbegriffe zu erläutern.

Die Antwort sollten Sie dennoch nicht als medizinisch gesicherte Auskunft betrachten. KI-Systeme können Informationen falsch interpretieren, wichtige Zusammenhänge auslassen oder schlicht Fehler machen. Für eine erste Orientierung kann eine KI-generierte Erklärung also nützlich sein, doch medizinische Entscheidungen gehören nach wie vor in die Hände Ihrer behandelnden Ärztinnen und Ärzte. Ebenso wie „irgendein Text im Internet“ ersetzt die KI niemals den individuellen Rat solcher Fachkräfte.

Mit dem KI-Chat Fragen für den Arzttermin sammeln

Ein anderer Einsatzbereich hat weniger mit medizinischem Wissen als mit der Organisation zu tun. Vor einem Termin im Immundefekt-Zentrum gibt es möglicherweise einiges, was Sie ansprechen möchten. Im Alltag geraten einzelne Punkte schnell wieder in Vergessenheit.

Tipp: Sie können Ihre Fragen und Beobachtungen zunächst selbst notieren und anschließend von einem KI-Chatbot ordnen lassen. Daraus kann zum Beispiel eine nach Themen sortierte Gesprächsliste entstehen: Was hat sich seit dem letzten Termin verändert? Welche Fragen gibt es zur Therapie? Was möchten Sie zu Alltag, Reisen oder persönlichen Themen wissen?

Hier übernimmt die KI keine medizinische Beurteilung. Sie hilft lediglich dabei, die eigenen Gedanken zu sortieren.

Warum Sie KI-Antworten überprüfen sollten

Ein besonderes Problem von KI-Chatbots: Falsche Informationen können ausgesprochen überzeugend klingen. Das System kann sogar Quellen oder Zusammenhänge nennen, die bei genauer Prüfung nicht das aussagen, was behauptet wurde.

Verlassen Sie sich deshalb bei Gesundheitsfragen nicht allein auf eine KI-Antwort. Lassen Sie sich möglichst die verwendeten Quellen nennen und schauen Sie selbst nach. Gute Anlaufstellen sind beispielsweise medizinische Fachgesellschaften, Behörden, Universitätskliniken und Patientenorganisationen.

Bei Fragen zur eigenen Diagnose, zu Beschwerden, Medikamenten oder Veränderungen einer Immunglobulintherapie sollten Sie sich immer an Ihr Behandlungsteam wenden. Auf immundefekte.info können Sie außerdem unseren Expertenrat nutzen und Fragen an Spezialistinnen und Spezialisten für angeborene und erworbene Immundefekte stellen.

Was sollte ich einer KI besser nicht mitteilen?

Zurückhaltung ist vor allem bei persönlichen Gesundheitsdaten wichtig. Namen, Anschrift, Geburtsdatum, Versicherungs- und Patientennummern oder andere eindeutig zuordenbare Angaben sollten nicht in einen Chatbot eingegeben werden.

Das gilt auch für Arztbriefe oder Befunde: Möchten Sie sich beispielsweise einen medizinischen Begriff aus einem Dokument erklären lassen, entfernen Sie zuvor alle personenbezogenen Angaben. Informieren Sie sich außerdem darüber, wie der jeweilige Anbieter mit eingegebenen Daten umgeht und welche Datenschutz- und Kontoeinstellungen zur Verfügung stehen.

Unser Fazit: Künstliche Intelligenz kann ein zusätzliches Werkzeug sein. Den persönlichen Austausch mit Menschen, die sich mit Ihrer Erkrankung und Ihrer individuellen Situation auskennen, kann sie nicht ersetzen.

Sie möchten mehr zu diesem Thema erfahren? Hier ein paar Vorschläge:

KI kann Gesundheitsinformationen verständlicher machen. Ein vorsichtiger Umgang ist trotzdem wichtig.

IMMUNDEFEKTE-BLOG

Weitere Infos in unserem Blog. Lesen Sie direkt weiter!

Datenschutzhinweis

Um unsere Website zu verbessern und Ihnen ein großartiges Website-Erlebnis zu bieten, nutzen wir auf unserer Seite Cookies und Trackingmethoden. In den Privatsphäre-Einstellungen können Sie einsehen, welche Dienste wir einsetzen und jederzeit, auch durch nachträgliche Änderung der Einstellungen, selbst entscheiden, ob und inwieweit Sie diesen zustimmen möchten.

Notwendige Cookies werden immer geladen