PID-Neugeborenenscreening jetzt bundesweit möglich

04. Apr 2019

Ab August 2019 wird in Deutschland jedes Neugeborene auf Immundefekte bzw. schwere kombinierte Immundefekte (SCID) im Rahmen des Neugeborenenscreenings getestet.

Neugeborenenscreening

Die Erweiterung der Untersuchung der Babys stellt einen Meilenstein in der Früherkennung angeborener Immundefekte dar.

Was ist das Neugeborenenscreening?

Das Neugeborenenscreening ist eine Routineuntersuchung, bei der kurz nach der Geburt Blut aus der Ferse des Kindes entnommen wird. Dies wird auf ein spezielles Filterpapier aufgegeben und zu einem Speziallabor geschickt. Dort wird das Blut auf verschiedene seltene Erkrankungen getestet.

Im Februar 2019 nahm der GBA die SCID-Tests gesetzlich in die Kinderrichtlinie auf. Das heißt, dass sich nunmehr alle auf diesem Gebiet tätigen Screening-Labore mit der entsprechenden Technik ausstatten, damit das erweiterte Neugeborenenscreening ab August 2019 flächendeckend durchgeführt werden kann. Je Bundesland gibt es ein bis zwei solcher Speziallabore.

Was ist eine SCID?

SCID ist eine schwere Erkrankung des Immunsystems, bei dem die betroffenen nicht in der Lage sind, Krankheitserreger zu bekämpfen. Unerkannt kommt es zu schweren Infekten, die zu Organschädigungen führen können. Unbehandelt versterben die Kinder innerhalb von 2 Jahren. Aufgrund dieser Probleme ist auch eine Stammzell- oder Knochenmarktransplantation nur bei einem Teil der betroffenen erfolgreich.

Durch eine frühzeitige Diagnose vor dem Auftreten von Infekten können präventive Maßnahmen zur Vermeidung von Infekten erfolgen und Stammzell- oder Knochenmarkttransplantationen frühzeitiger durchgeführt werden. Dadurch kann in vielen Fällen das Immunsystem komplett oder teilweise wiederhergestellt werden.

Was passiert, wenn ein Immundefekt bei einem Neugeborenen erkannt wurde?

Bei einem positiven Test erfolgen weitere Untersuchungen in auf Immundefekte spezialisierten Zentren. Bestätigt sich der Verdacht auf eine SCID, werden die Ärzte mit den Eltern die weiteren Therapieoptionen besprechen. Das frühzeitige Erkennen der Erkrankung ist ein wichtiger Baustein, um die betroffen Kinder schnell behandeln zu können und Ihnen in vielen Fällen ein normales Leben zu ermöglichen.

Weitere Informationen zum PID-Screening

Weitere Informationen zum neuen, erweiterten Neugeborenenscreening, zur Methode finden Sie auf den Seiten des Medienservice Sachsen: https://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/224187

Hier gelangen Sie zu den Seiten des Klinikums St. Georg, wo der Bluttest entwickelt wurde: https://www.sanktgeorg.de/