Neue Leitlinie zur Therapie primärer Antikörpermangelerkrankungen

Nachdem die Leitlinie zur Diagnostik von Immundefekten überarbeitet wurde, gibt es jetzt auch eine neue Leitlinie zur Therapie angeborener (primärer) Antikörpermangelerkrankungen. Diese Leitlinie wurde von Experten verschiedener Fachgesellschaften erarbeitet und bietet eine wissenschaftlich abgesicherte Empfehlung zur Therapie dieser Erkrankungen.

Leitlinie AntikörpermangelNachdem die Leitlinie zur Diagnostik von Immundefekten überarbeitet wurde, gibt es jetzt auch eine neue Leitlinie zur Therapie angeborener (primärer) Antikörpermangelerkrankungen.
Diese Leitlinie wurde von Experten verschiedener Fachgesellschaften erarbeitet und bietet eine wissenschaftlich abgesicherte Empfehlung zur Therapie dieser Erkrankungen.

Im Mittelpunkt steht die Substitutionstherapie mit Immunglobulinen. Diese haben sich als Mittel der Wahl etabliert und werden in den Leitlinien mit dem höchsten Empfehlungsgrad zur Therapie empfohlen.

Hierzu stehen Präparate zur intravenösen Gabe (in die Vene) oder zur subkutanen Gabe (unter die Haut) zur Verfügung. Beide Möglichkeiten werden aus medizinischer Sicht als gleichwertig eingestuft. Näheres zu beiden Therapieoptionen ist unter „Therapie“ zu finden.

Bei der intravenösen Gabe werden Immunglobulintalspiegel von mindestens 4g/l empfohlen. Je nach Schweregrad der Erkrankung (z.B. Infektanfälligkeit) werden auch Talspiegel von mehr als 10g/l empfohlen.
Bei der subkutanen Gabe werden im Regelfall Immunglobulin-Talspiegel von 7-10 g/l angestrebt.

Talspiegel sollten im ersten Jahr nach Beginn der Therapie alle 3 Monate überprüft werden. Im Anschluss sind, je nach klinischem Bild, Intervalle von ca. sechs Monaten ausreichend.

In der neuen Leitlinie werden zudem Empfehlungen zu unterstützenden Maßnahmen gegeben. Dazu zählen z.B. die Therapie mit Antibiotika oder Antimykotika, verschiedene Impfungen sowie physiotherapeutische Begleitung der Behandlung.