Impfen bei Immundefekten

27. Okt 2017

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat eine Expertengruppe etabliert, um die 2005 veröffentlichten Empfehlungen für Impfungen bei Patienten mit Immundefekten zu aktualisieren.

Impfen bei Immundefekt

Dies wurde durch Fortschritte in der Diagnostik und Therapie von angeborenen (primären) Immundefekten (PID) erforderlich. Zudem wurden in den letzten 10 Jahren zunehmend neue immunmodulatorische Arzneimittel eingesetzt, die zu erworbenen (sekundären) Immundefekten (SID) führen können.
Die Expertengruppe hat die Empfehlungen auf 4 Schwerpunktpapiere verteilt, die in den kommenden Monaten veröffentlicht werden:

  1. Grundlagenpapier
  2. Impfen bei primären Immundefekten und HIV-Infektionen
  3. Impfen bei hämatologischen und onkologischen Erkrankungen, Organtransplantation, Stammzelltherapie und Asplenie
  4. Impfen bei Autoimmunerkrankungen und unter immunmodulatorischer Therapie

Das aktuell erschienene Grundlagenpapier richtet sich an Allgemein- und Fachärzte, die Patienten mit PID und/oder SID behandeln oder mitbehandeln. Die Autoren empfehlen, dass Patienten mit Immundefekt grundsätzlich einen möglichst weitreichenden Schutz durch Impfungen erhalten sollten. Zudem wird empfohlen, dass auch das direkte Umfeld der Patienten einen Impfschutz gemäß der STIKO-Empfehlungen erhält, um Patienten mit Immundefekten vor Infektionen zu schützen. Welche Impfungen explizit notwendig und welche Impfungen ausgeschlossen sind, hängt von der Art und Schwere der Grunderkrankung ab. Dies sollte im persönlichen Gespräch mit dem behandelnden Arzt individuell geklärt werden.