2. IPIC (international primary immunodeficiencies congress) in Budapest

01. Nov 2015

Die internationale Patientenorganisation für primäre Immundefekte (IPOPI) hat vom 4. bis 6. November in Budapest den 2. Internationalen Kongress für angeborene (primäre) Immundefekte organisiert.

IPICDie internationale Patientenorganisation für primäre Immundefekte (IPOPI) hat vom 4. bis 6. November in Budapest den 2. Internationalen Kongress für angeborene (primäre) Immundefekte organisiert. Mehr als 650 Ärzte, Schwestern, Pfleger sowie Vertreter von Patientenorganisationen aus der ganzen Welt haben an diesem Kongress teilgenommen.

Namhafte Experten berichteten über die neuesten Entwicklungen und wissenschaftlichen Fortschritte im Bereich der Diagnostik und Therapie von angeborenen Immundefekten.

Eine wichtige Therapieoption für einen großen Teil der Immundefekterkrankungen ist die Behandlung mit Immunglobulinen. In vielen Ländern gibt es heute die Möglichkeit, die Therapie flexibel auf die Bedürfnisse des Patienten abzustimmen. Neben der intravenösen Gabe von Immunglobulinen (Gabe i.d.R. 1x monatlich), die beim Arzt oder in der Klinik stattfindet, gibt es auch die Möglichkeit, Immunglobuline in Heimselbsttherapie subkutan (unter die Haut) zu spritzen. Dies kann mit Hilfe einer Infusionspumpe oder auch direkt ‚aus der Hand‘ (rapid push) stattfinden. Verschiedene Therapieintervalle von ein bis mehrmals wöchentlich wurden vorgestellt und als gleichwertig effektiv angesehen. Eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Heimtherapie ist eine gute Schulung durch erfahrene Krankenschwestern und –pfleger.

Weitere aktuelle Themen waren z.B. das sogenannte Neugeborenen Screening. Neugeborenen werden nach der Geburt ein paar Tropfen Blut abgenommen. Dieses wird auf seltene und schwere Stoffwechselerkrankungen hin untersucht. So läßt sich schon unmittelbar nach der Geburt eine Therapie einleiten, bevor die Erkrankung zu irreversiblen Schäden führt. Neue diagnostische Verfahren ermöglichen jetzt auch, im Neugeborenen-Screening nach schweren angeborenen Immundefekten zu suchen. In einigen Ländern sind erste erfolgreiche Pilotprojekte vorgestellt worden, mit dem Ziel diese Diagnostik als Routineuntersuchung in die vorhandenen Screeningprogramme aufzunehmen.

Darüber hinaus berichteten Ärzte aus Afrika und Asien von den Problemen der Diagnostik und Therapie von Immundefekten in Ihren Heimatländern. Die Diagnoseraten liegen hier noch weit hinter denen wie z.B. in Europa oder den USA zurück.

Insgesamt war es ein sehr spannender und interaktiver Kongress, der eine gute Mischung aus wissenschaftlicher Information und praktischem Umgang mit angeborenen Immundefekten darstellte.