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Berufswahl mit Immundefekt: Chancen und Tipps für Ihren Erfolg

14. Mai 2024

Ein Immundefekt muss die Berufswahl nicht stark einschränken. Dennoch ist es für Jugendliche wichtig, einige Tipps zu beachten und sich nicht unnötig Stress und Gefahren auszusetzen. Wir informieren darüber.

Sie befassen sich gerade mit Ihrer Studien-, Ausbildungs- oder Berufswahl und haben dabei Ihren angeborenen oder erworbenen Immundefekt „im Hinterkopf“? Die gute Nachricht ist: Ihnen stehen trotz Ihrer Erkrankung zahlreiche Wege und Möglichkeiten offen. Durch eine gezielte und gut eingestellte Therapie, z. B. mit Immunglobulinen, schaffen Sie die Basis dafür, dass Sie Ihre Berufswahl ohne Einschränkungen treffen können.

Welche Tätigkeiten und Berufsfelder begeistern mich?

Sicherlich können Sie selbst Ihre individuellen Einschränkungen (wenn es diese gibt) sehr gut einschätzen. Diese sind bei jeder Patientin und bei jedem Patienten anders – abhängig von der Art, dem Verlauf und der Schwere des Immundefekts. Doch nicht nur das ist entscheidend. Es geht natürlich auch um Ihre Fähigkeiten, Stärken und Leidenschaften.

Daher ist es eine gute Idee, sich an die bisherigen Erfahrungen zu erinnern:

  • Wie schwer oder leicht sind Ihnen bestimmte körperliche Aktivitäten gefallen, beispielsweise beim Schulsport, bei Ausflügen mit Freunden oder im Urlaub?
  • Bei welchen Aktivitäten fühlten Sie sich besonders erschöpft oder hatten das Gefühl, nicht mit anderen mithalten zu können?
  • Welche Tätigkeiten haben Ihnen dagegen neue Energie gegeben, was konnten Sie besonders gut meistern? Für welche Leistungen sind Sie bewundert oder gelobt worden?
  • Bei welchen schulischen oder privaten Projekten sind Sie in einen regelrechten „Flow“ gekommen, sodass Sie fast die Zeit und alles andere vergessen hätten?
  • Und – last, but noch least: Für welche Schulfächer, Themen, Tätigkeiten und Berufsfelder interessieren Sie sich besonders? Arbeiten Sie gerne wissenschaftlich oder handwerklich? Lieben Sie die Natur, die Menschen und/oder Zahlen, Daten und Fakten?

Offenheit für Perspektiven, gute Vorbereitung im Detail

Sie sehen schon – die Fragen unterscheiden sich gar nicht so sehr von denen einer „klassischen“ Karriereplanung und Berufswahl. Das ist es auch, worauf es ankommt: Den Blick zu öffnen und erst einmal ganz frei auf alle Möglichkeiten zu blicken. Diese Perspektive sollten Sie möglichst früh einnehmen, damit Sie Ihren Weg gut planen können.

Ist die Richtung abgesteckt, können Sie sich um die Details kümmern. Sicherlich werden Sie aufgrund Ihrer erhöhten Infektanfälligkeit, die eine oder andere Herausforderungen zu bewältigen haben, die es für andere Menschen nicht gibt. Aber Sie verfügen schließlich über viel Erfahrung und wissen, wie Sie mit Ihrer Erkrankung umgehen können.

Denken Sie daran: Viele Immundefektpatientinnen und -patienten arbeiten erfolgreich in ganz unterschiedlichen Jobs und Herausforderungen gibt es auf jedem Lebensweg.

Das Gespräch mit (potenziellen) Arbeitgebern

Sie bewerben sich für eine Lehrstelle oder für einen Werkstudentenjob und wissen nicht, ob Sie mit den Personalverantwortlichen offen sprechen sollen? Eine wichtige Information vorab: Sie sind rechtlich nicht verpflichtet, bei einer Bewerbung auf den Immundefekt hinzuweisen.

Erfahrungen zeigen: Offenheit kann helfen, eine gute Atmosphäre zu schaffen und den Job trotz Immundefekt erfolgreich zu meistern. Durch eine ehrliche Kommunikation können oft individuelle Lösungen gefunden werden, die sowohl die Bedürfnisse der Arbeitnehmerin bzw. des Arbeitnehmers als auch die des Unternehmens berücksichtigen. So können Sie im Berufsalltag ggf. auch das Team informieren und stoßen dann sicherlich auf Verständnis, wenn Sie häufiger fehlen als andere oder z. B. eine längere Pause benötigen, um zu regenerieren.

Tipps für die berufliche Zukunft trotz Immundefekt
Die folgenden Tipps können Ihnen bei Ihrer Berufswahl sicherlich gute Dienste leisten:

  • Über den Immundefekt sprechen: Nutzen Sie die Kommunikation mit Chefs oder Teammitgliedern und informieren Sie die passenden Personen über Ihre gesundheitliche Situation und eventuelle Einschränkungen. So lassen sich individuelle Lösungen finden.
  • Aktivität zeigen, ohne sich zu überfordern: Bleiben Sie aktiv und bringen Sie sich mit guten Ideen und Aktivitäten ein. So werden Sie ein wertvolles Teammitglied und stoßen auch auf Verständnis, wenn Sie einmal Unterstützung benötigen. Dabei sollten Sie sich natürlich nicht überlasten oder überfordern. Wenn Sie sich selbst schaden, ist niemandem geholfen.
  • Setzen Sie auf gute Ausbildung und Qualifikation: Mit einem guten Schulabschluss halten Sie sich alle Türen offen, was den Berufsweg angeht. Bleiben Sie auch später am Ball und geben Sie Ihr Bestes, beispielsweise durch Fortbildungen, die Ihnen Spaß bringen und Ihre Kenntnisse erweitern.
  • Flexibilität moderner Studiengänge nutzen: Viele Studiengänge bieten heute die Möglichkeit, einen Teil der Studienleistungen von zu Hause bzw. zeitlich flexibel zu erbringen. Diese Flexibilität, die in der Regel auch größer ist als in einer Berufsausbildung, kann Ihnen sehr entgegenkommen. Auch wenn Sie gesundheitliche Einschränkungen haben, ist ein flexibles Studium oft gut zu bewältigen. Bei Bedarf lässt sich die Studiendauer auch verlängern, sodass der Stresspegel nicht zu hoch wird.
  • Arbeitsagentur und andere Unterstützung: Durch Ihren Immundefekt befinden Sie sich in einer besonderen Situation bei der Berufswahl. Zögern Sie daher nicht, sich beraten zu lassen, zum Beispiel bei der Agentur für Arbeit oder durch Erfahrungsaustausch in Selbsthilfegruppen.
  • Für Ihre Rechte einstehen: Wenn Sie Unterstützung benötigen oder sich einen bestimmten Berufsweg wünschen, gehen Sie es aktiv an! Auch wenn Sie Hürden nehmen müssen – es lohnt sich, entschieden für die eigenen Ziele und die berufliche Zukunft einzustehen.

Auch beim Ortswechsel bestens versorgt bleiben

Im Kontext mit der Ausbildung, dem Studium oder dem ersten Job stehen örtliche Veränderungen an? Wichtig ist, dass Sie sich rechtzeitig um die medizinische Versorgung am neuen Wohn- oder Arbeitsort kümmern. Expertinnen und Experten für Immundefekte finden Sie in den Immundefektzentren, die es in vielen Städten gibt. Besonders praktisch: Für Ihre Recherche können Sie unser Behandlungszentren-Verzeichnis für Deutschland, Österreich und die Schweiz nutzen.

Übrigens: In unserem Beitrag zur Transitionsphase finden Sie weitere Hinweise für einen gut geplanten Wechsel des Behandlungszentrums. Informieren Sie sich auch hier und nutzen Sie alle Informationen für einen smarten Übergang.

Wir wünschen Ihnen alles Gute und viel Erfolg für Ihre berufliche Zukunft!

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