Ernährung bei PID
Ernährung bei PID
Der
Darm ist ein wichtiger Teil des Immunsystems. Die Bakterien der
Darmflora und die Abwehrzellen in der Darmschleimhaut sorgen für einen
ersten Schutz vor schädlichen Stoffen und Krankheitserregern. Ist der
Darm geschwächt, verliert das ganze Immunsystem an Stärke. Und umgekehrt
kann eine Immunschwäche zu Störungen im Magen-Darm-Trakt führen. Mit
den verschiedenen Erscheinungsformen von Immundefekten gehen häufig
Störungen der Verdauung und der Darmschleimhaut einher, meist in Form
von Durchfall.
Da die Reaktionen des Darms durch die vielen
Krankheitsformen von Immundefekten sehr unterschiedlich sein können,
sollte bei Problemen immer erst der Arzt informiert werden. Bei einer
gestörten Verdauung ist es wichtig darauf zu achten, dass es nicht zu
einem Nährstoffmangel kommt. Ein Mangel an Vitaminen und Spurenelementen
beeinträchtigt den Immunstatus zusätzlich. Erste Anzeichen können z.B.
Veränderungen der Haut oder der Augen sein. Auch neurologische Symptome
können auf einen Ernährungsmangel hinweisen.
Daher ist für
Menschen, die an einem angeborenen Immundefekt leiden, eine ausgewogene
und gesunde Ernährung besonders wichtig. Tipps für eine
abwechslungsreiche Ernährung finden Sie in dem von der DSAI
herausgegebenen Kochbuch mit vielen tollen Rezepten.
Einige
Aspekte der Ernährung sollten allerdings besonders berücksichtigt
werden. Der Hygiene rund um die Nahrungszubereitung kommt eine große
Bedeutung zu, da Bakterien, Viren und Pilze von einem immungeschwächten
Menschen nicht adäquat bekämpft werden können. Obst und Gemüse sollte
vor dem Verzehr gut abgewaschen werden. Convenience Salat und Obst –
abgepackt und für immungesunde Konsumenten „verzehrfertig“ zubereitet,
ist sehr keimanfällig und daher ebenfalls nicht zu empfehlen. Einmal
zubereitete Mahlzeiten sollten vor dem Verzehr nicht zu lange stehen
gelassen werden, da sich im Essen schnell Bakterien ansiedeln. Auch auf
die Sauberkeit von Küchenutensilien wie Lappen, Spülbürsten und
Schneidebrettchen ist besonders zu achten. Gründliches Händewaschen
sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Essen sollte nicht auf dem
bloßen Tisch, sondern immer auf einem Teller abgelegt werden.
Getränke,
wie Mineralwasser aus der Flasche, können bedenkenlos konsumiert
werden. Inwieweit Leitungswasser als Trinkwasser in Frage kommt, sollte
mit dem behandelnden Arzt abgeklärt werden. Mit pasteurisierten Säften
und Tees, aufgegossen mit kochendem Wasser, sind Sie auf der sicheren
Seite. Bei Getränken bitte auf Eiswürfel verzichten! Vorsicht ist auch
bei Getränken aus Getränkespendern geboten.
Je nach Schwere des
Immundefekts wird empfohlen, auf den Verzehr von rohen Nahrungsmitteln
komplett zu verzichten. Das gilt insbesondere für rohe Fleisch- oder
Fischprodukte (z.B. Mett, Sushi), sowie Rohmilchprodukte oder rohes Obst
und Gemüse.
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22. März 2012

